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Christian Reschke
Manager Marketing Communications
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FACTON GmbH
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Erfolgreiches Kostenmanagement in stürmischen Zeiten.

Die rund 80 geladenen Gäste folgten fesselnden Vorträgen rund um das Thema: „Welche Chancen bietet Kostenmanagement in unsicheren Zeiten?“ Dass die Veranstaltung damit einen Nerv getroffen hat, zeigte sich an den angeregten, offenen und auch kontroversen Diskussionen im Anschluss an die Vorträge. In den Pausen fand sich ausreichend Zeit, um Kontakte zu knüpfen und die angestoßenen Diskussionen im kleinen Kreis zu vertiefen. Unsere Ausstellungspartner boten an ihren Ständen zusätzliche Informationsmöglichkeiten. Das Schlosshotel Kronberg im Taunus bot einen exklusiven Rahmen.

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Der Fachkongress startete - wie im letzten Jahr - mit dem Einführungsvortrag von Stefan Prüße. Der Automotive-Experte von PriceWaterhouseCoopers sprach über eines der Kernthemen in der Automobilindustrie: Die Produktentwicklung. Gegenstand seines Vortrages war die Frage nach dem Wertbeitrag von Forschung und Entwicklung in Zeiten der Krise. Nach einer kurzen Skizze aktueller Herausforderungen in der Automobilindustrie ging er auf Werttreiber und Merkmale des Innovationsprozesses ein. Anschließend stellte er Ansätze zur Steigerung der F&E-Performance vor. Zweiter Redner war der in Wirtschaft (Voith AG), Wissenschaft (Uni Leipzig/Zeppelin University) und Gesellschaft (Wissensfabrik - Unternehmen für Deutschland e.V.) äußerst erfolgreiche Prof. Dr. Hermut Kormann.

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In seinem Vortrag „Gibt es Strategien für das Unvorhergesehene?“ verwies er explizit auf die Notwendigkeit von Sicherungsstrategien für den Unternehmenserfolg, gerade im Rezessionsumfeld. In einem fesselnden Vortrag beschrieb Prof. Dr. Kormann Maßnahmen und Anforderungen im Rahmen einer „Fail-safe-Strategie“.

Wichtigstes Ziel und Mindestanforderung an das Management, so Kormann, sei dabei immer das wirtschaftliche Überleben eines Unternehmens - noch vor Maßnahmen zur Ertragssteigerung und Expansion. Seinen begeisterten Zuhörern verdeutlichte Kormann eindrucksvoll, wie zusätzlich zu den Krisenauswirkungen auch interne Strategiefehler zu einer existenziellen Bedrohung führen können.

Im dritten Vortrag sprach Prof. Dr. Andreas Hoffjan von der TU Dortmund ein sehr heikles Thema in der Industrie an. Unter dem Titel „Ein schmaler Grat zwischen Ausbeutung und Kooperation“ zeigte er neueste Studienergebnisse zur Kostenoffenlegung zwischen Unternehmen. Neben den Daten zur Verbreitung und Entwicklungstendenzen beim Open Book Accounting interessierte die Zuhörer eine Frage ganz besonders: Aus welchen Grund legen Unternehmen ihre Kostenstrukturen offen? Geht es um die „Entwicklung eines gemeinsamen Kostenverständnisses“ und die „partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der Produktkostenreduktion“? Oder zählt am Ende doch nur die Durchsetzung von niedrigeren Einkaufspreisen?

Die methodisch aufwendige Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass das Machtverhältnis zwischen Lieferant und Abnehmer wesentlicher Bestimmungsfaktor ist. Machtvolle Abnehmer können maximale Kostentransparenz verlangen, riskieren hierdurch jedoch opportunistisches Handeln auf Seite des Zulieferers. Open Book Accounting ist demnach zwar als Druckmittel geeignet, begünstigt im Umkehrschluss allerdings verstärkte Falschangaben. Die Ergebnisse zeigten auch: Abnehmer fordern Open Book Accounting vor allem, weil sie aktives Preismanagement betreiben wollen. Dieser Punkt ist ebenso wichtig, wie die gemeinsame Suche nach Kostensenkungspotenzialen.

Managing Consultant Thomas Brand von der PA Consulting Group sprach über „Nachhaltiges Restrukturierungsmanagement“ und zeigte anhand zahlreicher Erfahrungsberichte, was unter dem oft gebrauchten Terminus „nachhaltig“ überhaupt zu verstehen ist. Im Bereich der operativen Restrukturierung sieht Brand die dringendsten Aufgaben beim Thema Kapazitätsanpassungen. Hierzu gehören Standortkonsolidierungen ebenso wie die Restrukturierung des Produktportfolios, die Optimierung der Overheads sowie Partnerschaften im Einkauf. Besonders interessant und anschaulich war die konkrete Darstellung und Bewertung von Maßnahmen aus erfolgreichen Umstrukturierungsprojekten.

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Den Abschluss der Fachbeiträge bildete der Vortrag von Daniel P. Jeschonowski Consultant bei Bain & Company und Doktorand an der WHU Otto Beisheim School of Management. Unter dem Titel „Schlechte Zeiten für Unternehmen - Gute Zeiten für Controller“ zeigte er exklusive Ergebnisse der aktuellen Befragungswelle im Controller-Panel der WHU. Im Panel der WHU sind sowohl Controller großer DAX-Konzerne als auch mittelständischer Unternehmen verschiedener Branchen vertreten. Obwohl die Mehrzahl der Unternehmen stark von der Krise betroffen ist, hat sich in der Ausgestaltung des Planungsprozesses wenig Grundlegendes geändert. Die operative Planung (Budget) für das nächste Geschäftsjahr wurde nur teilweise an die neue Situation angepasst. Nur eine Minderzahl der Befragten erwartet ein mittel- bis langfristig geändertes Aufgabenspektrum im Controlling. Diese Fakten gaben Anlass zu einer kontroversen Diskussion: Ist das Controlling in der Pflicht und muss aktiv Vorschläge zur Unternehmensteuerung machen - oder ist das weiterhin Aufgabe des Managements und das Controlling in einer dienenden Funktion?

Auch beim 2. FACTON Kongress war Dr. Frank Schirrmacher Abschlussredner der Veranstaltung. Der Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, wie Medien und Politik in Zeiten der Krise agieren. Er konnte nicht nur interessante Einblicke in sonst für die Öffentlichkeit verschlossene Gesprächsrunden geben, sondern verwies auch auf einen Aspekt von besonderer Brisanz:

Die Krise fällt mitten in das Jahr der Bundestagswahl. Alles politische Handeln steht unter dem Einfluss des Wahlkampfes. Welche Auswirkungen das hat, so Schirrmacher, zeigt sich erst nach der Wahl.

Auch warnte Schirrmacher vor der Krise nach der Krise. Er geht davon aus, dass direkt im Anschluss an die Finanz- und Wirtschaftskrise eine „demografische Krise“ enormen Ausmaßes auf uns alle zukommt. Nur durch ein verantwortliches Handeln der Unternehmen, vor allem des Mittelstandes und mit massiven Investitionen in Bildung ließe sich diese zweite Krise überstehen. Hier betonte Dr. Schirrmacher die besondere Bedeutung technischer, ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung - nur durch Innovationen in diesem Bereich lässt sich Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand der Bundesrepublik in Zukunft sichern.

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Nach Abschluss des Vortragprogramms gab es reichlich Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken. Für das leibliche Wohl sorgte die hervorragende Küche des Schlosshotels Kronberg. Über das überaus positive Feedback zur Veranstaltung haben wir uns sehr gefreut. Es bestätigt uns darin, auch im nächsten Jahr wieder auf dieses Veranstaltungsformat zu setzen und den dann 3. FACTON Kongress auszurichten.